Leave Your Message

Chinas Markt für industrielle Automatisierung bis 2024: Trends und Marktaussichten

12.05.2024

Über den Autor

Herr Jiang Junfeng ist Partner des Xihua Technology Consulting Service Center im Bezirk Nanshan, Shenzhen, und war zuvor Leiter des strategischen Produktmanagements für Fabrikautomation bei Siemens. Er bekleidete sukzessive leitende technische und Managementpositionen in den Kernabteilungen für Forschung und Entwicklung sowie Produktmanagement international renommierter Automatisierungsunternehmen wie Honeywell und Siemens. Er verfügt über Erfahrung als Führungskraft in Start-ups im Bereich des industriellen Internets und ist mit dem chinesischen Markt für industrielle Automatisierung und industrielles Internet sowie den Branchentrends bestens vertraut. Seit fast 20 Jahren engagiert er sich intensiv in den Bereichen intelligente Fertigung, industrielle Automatisierung und Internet der Dinge. Die folgende Analyse gibt ausschließlich die persönliche Meinung von Experten wieder. Dr. Solenoid kommentiert oder befürwortet diese Meinungen nicht und übernimmt keine Verantwortung für deren Richtigkeit, Relevanz oder Vollständigkeit.
0ead972a-8d6b-4a57-9904-32a86cbd313f50b
Die industrielle Automatisierung deckt ein breites Spektrum ab, und die Anwendungsbereiche ihrer Produkte wie SPS, DCS, Frequenzumrichter und Servomotoren expandieren stetig. Der Markt ist enorm. Chinesische und ausländische Akteure wie die international renommierten Unternehmen Siemens, Mitsubishi und Yaskawa sowie die chinesischen Firmen Huichuan, Lesai und Hechuan sind auf dem chinesischen Markt aktiv. Wie wird sich die Branchenlandschaft der industriellen Automatisierung im aktuellen wirtschaftlichen Umfeld verändern? Herr Jiang Junfeng analysiert die Marktentwicklung und die zukünftigen Chancen des chinesischen Marktes für industrielle Automatisierung bis 2024 sowie die zukünftigen Entwicklungstrends.

Frage 1: Wie wird sich die Gesamtmarktentwicklung bis 2024 entwickeln?

Herr Jiang: Die Marktentwicklung der chinesischen Industrieautomatisierung war 2022 eher schwach und stagnierte weitgehend. Zwei Quartale des Jahres 2023 sind bereits vergangen, und es gibt keine deutlichen Anzeichen einer Erholung. Der Marktdruck ist weiterhin sehr hoch. Ich persönlich bin hinsichtlich des zweiten Halbjahres vorsichtig. Der Markt wird keine grundlegende Trendwende erleben und sich im Wesentlichen in einem leichten Abwärtstrend befinden. Erstens kann der PMI-Index nicht steigen. Zweitens gibt es im gesamten Markt für Industrieautomatisierung relativ viele Lagerbestände. Distributoren sind nicht sehr daran interessiert, ihre Lagerbestände aufzustocken, und die Marktnachfrage ist relativ verhalten. Innerhalb der Branche gibt es jedoch Unterschiede: Projektbasierte Branchen (wie die Chemieindustrie, der Bergbau, die Energiewirtschaft, die Kommunalverwaltung usw.) werden in der Regel durch nationale Förderprogramme unterstützt und entwickeln sich rasant. Aus Trendsicht haben sich die Produktlieferzyklen kaum verändert. Die Lieferzeiten für Standardprodukte sind nicht betroffen, aber es könnte bei einigen Nischenprodukten zu längeren Lieferzeiten kommen. Hinsichtlich der Preisstrategie agieren inländische Unternehmen vergleichsweise aggressiv, sodass die Preise sinken werden. Internationale Konzerne wie Siemens haben im Bereich der speicherprogrammierbaren Steuerungen (SPS) eine dominante Preisstellung inne und werden die Vertriebskanäle kontrollieren, um Preisstabilität zu gewährleisten. Die Lagerbestände der Distributoren befinden sich auf einem normalen Niveau, und es wird keine groß angelegten Ausverkäufe geben.

Frage 2: Was sind die Vor- und Nachteile der verschiedenen Spieler auf dieser Strecke?

Herr Jiang: Nehmen wir Inovance in China als Beispiel. Die Hauptgeschäftsfelder des Unternehmens sind: allgemeine Automatisierung (u. a. SPS, Servomotoren, Frequenzumrichter), intelligente Aufzüge (u. a. Aufzugssteuerungssysteme, IoT-Lösungen für Aufzüge), Fahrzeuge mit alternativen Antrieben (u. a. elektrische Antriebssysteme und Stromversorgungssysteme) sowie Industrieroboter (z. B. SCARA-Roboter, Sechsgelenkroboter) und Schienenverkehrstechnik. Inovances Hauptprodukte liegen nach wie vor im Bereich der allgemeinen Automatisierung. SPS, Servomotoren und Frequenzumrichter haben sich in den letzten zwei Jahren rasant entwickelt, insbesondere Frequenzumrichter und Servomotoren, und deren Marktanteil ist deutlich gestiegen.
Inovance hat einige Maßnahmen ergriffen, um den Markt als Ganzes zu erobern, darunter das Angebot von umfassenden Kombinationslösungen, kundenspezifischen Lösungen, branchenspezifischen Speziallösungen usw. Die Wettbewerbsphilosophie besteht darin, Schlüsselkunden anzusprechen und einen persönlichen Ansatz zu verfolgen.
Internationale Unternehmen, die ähnlich wie Inovance agieren, beispielsweise Siemens, sind relativ umfassende Anbieter von Industrieautomatisierung. Sie decken das gesamte Spektrum von SPS-Steuerungen über Servo- und Frequenzumrichter ab, einschließlich Nieder- und Hochspannungs-Frequenzumrichtern, und verfügen über ein breites Angebot an Industriesoftware. Im Bereich der SPS-Steuerungen ist Siemens unabhängig von der Unternehmensgröße absolut wettbewerbsfähig, und die Produktleistung und -stabilität sind führend.
In China gibt es auch Automatisierungsunternehmen wie Hechuan und Lesai. Ersteres ähnelt Inovance und konzentriert sich auf industrielle Automatisierungssteuerung und Antriebe. Die Hauptprodukte von Lesai sind Servomotoren, darunter Motortreiber und Steuerungsprodukte.